Gründung von Jugendhäusern am Beispiel von NeuLaTi
Als Gründungsmitglied eines Jugendhausvereins möchte ich aus meiner Erfahrung berichten. Gegen massive Widerstände von Anliegern und Gemeinderatsmitgliedern haben wir unser Vorhaben durchgesetzt. Den Gemeinderat konnten wir durch viel Überzeugungsarbeit dazu bringen, uns zu unterstützen. Die Gründung von NeuLaTi hat an unserem Ort hat im Rückblick gesehen viele Veränderungen und ein Umdenken angestoßen.
Aus diesen Intentionen heraus haben wir die Gründung von NeuLaTi ins Leben gerufen:
Um den Jugendlichen in unserem Ort gute Alternativen zu bieten, haben sich also einige ehrenamtliche Elternbeiräte zusammengeschlossen und einen Verein gegründet. Als Eltern von Jugendlichen haben wir erkannt, dass sich unser Nachwuchs durch Gleichaltrige stark beeinflussen ließ. Natürlich war der Gedanke nicht, sie aus ihrem Freundeskreis herauszuholen. Ganz im Gegenteil, dass auch im Jugendhaus in Ausnahmefällen gekifft oder geprügelt wurde, das konnten wir nicht verhindern, doch weitgehend unterbinden. Durch unseren sanften Einfluss waren auch extremistische Losungen kein Thema.
Der Verein NeuLaTi (abgeleitet aus: neues Land für Teenager) mietete Räumlichkeiten der Stadt in einem alten Bauernhaus an. Die Räume wurden von den Mitgliedern, sowie von vielen örtlichen Jugendlichen hergerichtet als Jugendtreff. Vereinstreffen wurden regelmäßig angesetzt und durchgeführt.
Um unseren Kindern einen geschützten Rahmen zu bieten und möglichst positive Cliquen aufzubauen, engagierten wir ebenfalls einen professionellen Jugendarbeiter, um ihnen so viel vertrauensvolle Aufklärung und Kontakte wie eben möglich zu bieten.
Selbst der Jugendarbeiter der Stadt und die Erziehungsberatungsstellen haben sich unserem Modell angeschlossen.
Von Anfang an haben wir die Teenager mit einbezogen in das Vereinsleben. Sie haben nach einigen Jahren auch die Leitung und die Aufsicht übernommen. Gemeinsam mit dem mobilen Jugendarbeiter der Stadt. Auch die örtlichen Schulen und die Polizei haben uns tatkräftig unterstützt. Nachdem meine Kinder erwachsen waren konnte ich mich stolz aus dieser Arbeit zurückziehen.
Fazit: Ein Jugendhaus würde ich als Mutter von heranwachsenden Söhnen immer wieder initiieren, Jugendliche brauchen Treffpunkte, wenn sie auf der Straße abhängen sind die Gefahren wesentlich größer, dass sie in einen „falschen“ Freundeskreis hineingeraten.